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Sad 32 Oberlangau

Regierungsbezirk Oberpfalz

Landkreis Schwandorf, Stadt Oberviechtach, Gemarkung Mitterlangau, Oberlangau, Steinkreuz

Das folgende Steinkreuz habe ich in meine Aufstellung aufgenommen, weil es sich an der Orts- und Landkreisgrenze - zwischen Eslarn und Oberviechtach sowie Lkr. Neustadt an der Waldnaab und Landkreis Schwandorf - befindet, wenn auch einige Meter außerhalb des Landkreises Neustadt an der Waldnaab.

Das stark ramponierte Steinkreuz steht etwa einen knappen Kilometer nördlich der Ortschaft Oberlangau, rechts der Kreisstraße SAD 45, kurz bevor im Tal der Ödbach  - der bei der Heckermühle südlich von Eslarn durch Zusammenfluss mit dem Thalerwiesbach zum Loisbach wird - überquert wird. Es steht in den sog. "Eslarner Wiesen" (früher Fl.Nr. 412, heute 354) im Tal, die "Eslarner Äcker" ziehen sich den Hang in Richtung Oberlangau hinauf (auch Eslarner Berg).

Ein Querbalken fehlt ganz, Kopfstück und rechter Querbalken sind verstümmelt. Schmeissner schreibt noch, dass sich auf der der Straße zugekehrten Seite vier je etwa 1 cm tiefe Kerben befinden, die wie "I : I" angeordnet sind und die Maße 8 : 3 : 3 : 8 (cm) aufweisen. Das Steinkreuz steht schutzlos auf der Wiese und wurde in den letzten Jahren wohl von einem landwirtschaftlichen Fahrzeug/Gerät weiter beschädigt. Auf der linken Seite ist auf Höhe der Einkerbung ein größeres Stück herausgebrochen bis zum linken "I". Was die Einkerbung bedeutet, ist nicht zu erfahren.

Der mündlichen Überlieferung nach sollen die Hirten von Oberlangau und "vo da Hief" (von den Höfen = Bezeichnung für die Ortsteile Gmeinsrieth, Putzhof und Oberaltmannsrieth mit ihren Zugehörungen) gerauft haben und einer der Hirten an diesem Standort totgeschlagen worden sein.

Bei Josef Hanauer finden wir für das Jahr 1494 einen historisch belegten Streit unter verschiedenen Besitzern der "Öde zu Altmansreut", der durch einen Vergleich geschlichtet wurde. Dieser Streit wird aber nicht im Zusammenhang mit der Errichtung eines Steinkreuzes erwähnt. 

Vor der Neutrassierung der Kreisstraße war der Standort näher an der alten Trasse, eine Verlegung nach Osten war bei den Straßenbaumaßnahmen für notwendig gehalten worden.

 

Denkmalliste:

kein Eintrag unter Oberlangau

 

Literatur:
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Rainer H. Schmeissner, Steinkreuze in der Oberpfalz, Regensburg 1977, S. 244

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Peter Staniczek, Der Herrgott auf dem Feld, Information der Kreisheimatpfleger, Heft 2, Vohenstrauß 1990, S. 6 - 9

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Josef Hanauer, "Heimatbuch der Marktgemeinde Eslarn", Eslarn 1975, S. 69 f.

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Michael Hardt, Die Flurdenkmale des Landkreises Vohenstrauß, 1961, 7 ("In Putzenrieth sollte ein Hussitenkreuz stehen; ich konnte aber keines finden, auch die Bevölkerung konnte mir keinen Aufschluß geben, wo dieses hingekommen ist." - Schmeissner nennt unter NEW 61 Putzenrieth, Markt Eslarn, ein Steinkreuz, "abgegangen, vermutlich ursprünglicher Standort am alten Weg von Putzenrieth über den Eiterbach nach Heumaden", allerdings den Standort ohne Quellenangabe.) - Anmerkung Staniczek: Die Flur nördlich der Staatsstraße 2155 (Eslarn - Moosbach) zwischen Putzenrieth und dem Waldrand hat den Flurnamen "Kreuzäcker" (Fl.Nr. 556-559), zumindest sollte hier ein Kreuz in Form eines Feldkreuzes bzw. Steinkreuzes gestanden haben.

 

Denkmalschutzgesetz

II. Baudenkmäler - Art. 6
Maßnahmen an Baudenkmälern
(1)  Wer
1.
Baudenkmäler beseitigen, verändern oder an einen anderen Ort verbringen oder
2.
geschützte Ausstattungsstücke beseitigen, verändern, an einen anderen Ort verbringen oder aus einem Baudenkmal entfernen
will, bedarf der Erlaubnis. Der Erlaubnis bedarf auch, wer in der Nähe von Baudenkmälern Anlagen errichten, verändern oder beseitigen will, wenn sich dies auf Bestand oder Erscheinungsbild eines der Baudenkmäler auswirken kann. Wer ein Ensemble verändern will, bedarf der Erlaubnis nur, wenn die Veränderung eine bauliche Anlage betrifft, die für sich genommen ein Baudenkmal ist, oder wenn sie sich auf das Erscheinungsbild des Ensembles auswirken kann.
(2) [...]